Die Komplexität der Informationsräume multimedialer Systeme wie dem Internet, erfordert, um eine Website und diesbezüglichen Content qualitativ bewerten zu können, einen Kriterienkatalog. Die Kriterien lassen sich in inhaltliche, multimedial-interaktive, rhetorisch-kommunikative und in Kosten-Kriterien unterteilen:
Inhaltliche Kriterien: Unter den inhaltlichen Kriterien zur Beurteilung der Seriosität von Informationen einer Website zählt zunächst der Umfang des Contents/ Inhaltes. Hierbei werden die Breite sowie die Tiefe der zu erschließenden Informationen betrachtet. Auch wenn in Zeiten von SMS-Botschaften oder dem privaten Emailverkehr nur mehr wenig Wert auf Rechtschreibung und Zeichensetzung gelegt wird, ist für die Qualität einer Website die formale Sorgfalt bzw. Genauigkeit ein bedeutendes Indiz, auch für einen gewissenhaften und somit vertrauenswürdigen Anbieter. Gleichzeitig erhöht die fehlerfreie Aufarbeitung und Darstellung von Informationen auf einer Website die Brauchbarkeit derselben. Nicht immer ist die Sprache einfach und aktiv, ist sie mit unverständlichen Fachbegriffen, internen Begriffen oder Abkürzungen gespickt. Die Qualität leidet Mangel auch durch zunehmenden Konkurrenzdruck und Aktualitätsgrad einerseits und auf der anderen Seite die zwingende Erfordernis Kosten zu sparen um Produktionskosten zu senken, was wiederum häufig Stellenabbau zur Folge hat, wodurch Qualität gerade im redaktionellen Bereich immer wieder Einbußen erfährt.
Einzigartigkeit und Aktualität – nicht immer findet der User auf den ersten Blick – von etablierten Nachrichtenportalen abgesehen – einen Hinweis auf die Aktualität einer Website, wann die betreffende Seite zuletzt überarbeitet wurde. Die Einzigartigkeit der Informationen ist vielfach nicht erkenntlich. Gerade Nachrichtenportale bedienen sich zumeist aus ein und demselben redaktionellen Agenturumfeld. So liefern beispielsweise Nachrichtenagenturen wie die Deutsche Presseagentur (dpa), Reuters oder die news aktuell GmbH über ein Nachrichtentickersystem Meldungen zeitgleich an derzeit ca. 320 maßgebliche Redaktionen aus Print, TV und Hörfunk über das gleiche Nachrichtentickersystem. Ferner sind die Verlinkung zu weiteren Dokumenten/ Informationen und die Objektivität verfasster Informationen, Indizien für qualitative Web-Angebote bzw. Bewertungskriterien für die Seriosität eines Anbieters von Informationen oder Dienstleistungen.
Multimedial-interaktive Kriterien: Zu den multimedial-interaktiven Kriterien lässt sich die Form der Darstellung im Verhältnis zum jeweiligen Inhalt einer Website und eines Informationsangebots betrachten. Hierzu zählen die Benutzerfreundlichkeit, Navigierbarkeit, auch genannt hypertextuelle Organisation des angebotenen Inhalts, sprich die Usability einer Website. Genauso aber auch die Ausstattung durch Hard- und Software, die Interaktivität und Kontaktierbarkeit des Webseitenbetreibers. Die Kontaktaufnahme sollte stets ermöglicht werden, überall, respektive dem Dialog, ob via eMail, Telefon, Postadresse oder Anfahrtsplan.
Rhetorisch-kommunikative Kriterien: Die rhetorisch-kommunikativen Kriterien lassen sich ableiten aus den Fragen wer für eine Website verantwortlich ist, Dokumente zur Verfügung stellt oder Leistungen anbietet. Es ist die Frage nach der Identität des Betreibers – in der Regel zu finden im Impressum oder dem Kontaktfeld; in Deutschland sind diese Angaben für Webseitenbetreiber verpflichtend. Zu den rhetorisch-kommunikativen Kriterien zählen weiterhin die Autorenschaft, die verwendeten Quellen. Transparenz schaffen Quellenangaben, weiterführende Links oder auch Zitate und nicht zuletzt auch das Kontextwissen des Konsumenten selbst.
Insgesamt spielt die jeweilige institutionelle Reputation eine bedeutende Rolle für die Vertrauensbildung des Kunden. Online-Auktionen wie die der Aktionshäuser eBay oder Ricardo profitieren vom gegenseitigen Vertrauen ihrer Käufer und Verkäufer aber vor allem vom Vertrauen beider in die Reputation der Institution. Dies geschieht häufig, wie auch bei online-Versandhäusern, über Kundenrezensionen oder unter den Nachrichtenportalen, über die Beurteilung und Kommentierung der dargestellten Dokumente.
Kosten-Kriterien: Kosten-Kriterien messen den Grad der Zugangs- und Anschlusskosten. Auch wird betrachtet, ob der User für das Angebot geistigen Eigentums Kostenaufwendungen leisten muss.