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Vergleich interaktive / unidirektionale Medien

August 15, 2007

Interaktive und unidirektionale Medien: Im Vergleich zu den unidirektionalen Medien wie Fernsehen oder Hörfunk, die sich, von der Betätigung der Fernbedienung und des Einschaltknopfes der Endgeräte abgesehen, passiv erfahren lassen, ist bei interaktiven Medien die aktive Teilnahme der Nutzer eine Voraussetzung. Interaktive Medien besitzen anders als die klassischen Kommunikationsmedien immer einen virtuellen Raum, in dem eine Handlung durch den Nutzer erforderlich ist. Die Handlung beginnt mit dem Mausklick.

Einschätzung der Glaubwürdigkeit: Unidirektionaler Medienkonsum kommt in der Regel ohne Risiken für den Nutzer aus. Die Empfänger der Programme klassischer Medien können die Inhalte konsumieren ohne das diese ihren Alltag direkt beeinträchtigen. Auch nicht, wenn die Programminhalte nicht um die Glaubwürdigkeit bemüht sind. Um Fernsehen zu konsumieren bedarf es keiner sozialen Handlung und somit auch keines Vertrauens. Ob ein Konsument einer Fernseh- oder Radiosendung ein Programm für Glaubwürdig einschätzt oder ob er es für unglaubwürdig empfindet, besitzt in Bezug auf eine etwaige Handlung keine Relevanz.

Dennoch scheint unter den klassischen Medienhäusern und verantwortlichen die Diskussion um das Vertrauen der Leser und Empfänger entfacht. Gerade durch das Internet und die Produktionsgeschwindigkeit, mit der Inhalte in den letzten Jahren unter hohem Konkurrenzdruck und dem Druck als erster eine einzigartige oder neue Information präsentieren zu können, führte vielfach zu Qualitätsverlusten. Selbst die Pressefreiheit ist in unseren Landen in den Fokus der Kritik geraten -  das Vertrauen der Endverbraucher von Informationen, so auch die Internationale Journalistenvereinigung (IFJ), scheint geschmolzen. Gegenwärtig setzen sich die ersten Verlage, wie zum Beispiel die WAZ-Mediengruppe verpflichtend dafür ein, den Qualitätsjournalismus und die Pressefreiheit verstärkt zu fördern. Dies geschieht nicht nur aus einem Demokratiebewusstsein heraus: die Maßnahmen sind deutlich vertrauensbildend und sollen dem Misstrauen unter dem die klassischen Medien derzeit leiden, entgegenwirken. Das die deutschen Tageszeitungen seit nunmehr zehn Jahren kontinuierlich an Lesern verlieren, ist ein weiterer Grund. Die Ressource Aufmerksamkeit verlagert sich kontinuierlich weiter in die online-Medien.

Im Internet ermöglicht Vertrauen das soziale Handeln, weil es die Einschätzung der Wahrheit, der Logik oder Überprüfbarkeit eines Medienbeitrags irrelevant werden lässt.
Die Kriterien der Informationsqualität ließen sich benennen, nur würde sich kaum ein Nutzer eines multimedialen Systems im Alltag die Zeit nehmen, diese systematisch abzuarbeiten und die konsumierten Inhalte auf derart Kriterien überprüfen. Man vertraut stattdessen.

Portale, Newsgroups, Foren und Websites als „Knowledge-Trust-Center“: Aufgrund von Zeitmangel und Wissenskomplexität, begegnet man den einzelnen Internetangeboten mit informationsfilternden Funktionen, die das Vertrauen der Akteure mit praktikablen Ratschlägen gewinnen. Derartige Portale, Newsgroups, Foren oder ganz einfach Websites funktionieren dann als „Knowledge-Trust-Center“ – indem handlungsrelevante Informationen von irrelevanten unterschieden werden. Vertrauen geht hier aus der Zuverlässigkeit von Personen und Systemen hervor. Man traut den Betreibern/ Verantwortlichen im virtuellen Raum Zuverlässigkeit zu.

Nicht mehr Wahrheit oder Glaubwürdigkeit gibt Orientierung, sondern das Vertrauen der Akteure, die es den auserwählten Informationsanbietern entgegenbringen. In Newsgroups und Mailinglisten gelten Privatpersonen ohnehin bereits als integere Kompassnadeln im Konsumdschungel.

Wer vertraut, besitzt Handlungsabsicht: Wer vertraut, hat eine Handlungsabsicht. Wer lediglich die Glaubwürdigkeit eines Medienbeitrags einschätzt bzw. ergründen will, bildet sich seine Meinung ohne zwangsläufig weitere Konsequenzen zu unternehmen.